Zeitspuren – Frauenleben zwischen Ackerhaus und Gegenwart

Wer lebte hier?

Auf der Suche nach „Lotte“

Geschichte wurde lange vor allem aus männlicher Perspektive erzählt – Frauenleben blieben dabei oft im Hintergrund. Die Zeitspuren wollen das ändern und rücken bewusst eine Frau in den Mittelpunkt.

Noch kennen wir ihren Namen nicht.

Für uns heißt sie im Moment einfach „Lotte“. Nicht, weil wir wissen, dass sie so hieß, sondern weil jede Geschichte einen Anfang braucht.

Alles begann mit einer Berührung.

Als ich meine Finger in fast 300 Jahre alten Beilhiebe eines vertikalen Holzbalkens legte, stellte ich mir zum ersten Mal eine Frage:

Aus dieser Frage entstanden die Zeitspuren. 9 rosa Wimpel, die im Haus verteilt sind und auf originelle Weise kurz erklären, was damals relevant war.

Wer lebte hier – und wie sah der Tag aus?

Schritt für Schritt entsteht hier ein Parcours, der Frauen-, Familien- und Alltagsgeschichte an einem authentischen historischen Ort erfahrbar macht. Historische Objekte, Bilder, Hörstationen und sinnlich erfahrbare Vermittlungsangebote laden dazu ein, Vergangenheit nicht nur zu betrachten, sondern ihr auf neue Weise zu begegnen.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Suche nach einer früheren Bewohnerin dieses Hauses, die eines Tages ihren wirklichen Namen zurückerhalten wird. Und die Recherche führt uns auch zu ihrem Mann, ihren Kindern, ihren Nachbarn oder anderen Menschen, die mit diesem Haus verbunden waren. So entsteht nach und nach ein immer vollständigeres Bild des Lebens im Ackerbürgerhaus vor rund 300 Jahren. Die Stationen, die Sie heute im Ackerbürgerhaus entdecken können, sind der erste Prototyp eines Projekts, das weiter wächst. Mit jeder neuen Recherche, jedem historischen Fund und jeder neuen Station verändert sich der Parcours ein wenig.

Vielleicht wird „Lotte“ eines Tages ihren wirklichen Namen zurückerhalten.

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Bis dahin laden wir Sie herzlich ein, diesen Weg mitzugehen.

Mitten im Atelier der Sinne führt ein kleiner Parcours durch die Geschichte des Hauses – zum Anfassen, Riechen, Entdecken. Rohe und gewaschene Schafwolle, ein handgenähtes Leinenhemd, jahrhundertealte Spuren in einem Holzbalken: Neun Stationen laden dazu ein, Geschichte nicht nur zu lesen, sondern zu erleben.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Frauen im Ackerbürgerhaus gelebt haben – ihr Alltag, ihre Arbeit, ihre Lebenswirklichkeit. Der Parcours wird kontinuierlich weiterentwickelt und wächst mit jeder neuen Erkenntnis aus der historischen Recherche.

Findet ihr alle neun rosa Fähnchen?

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2 · Schwarze Küche

Der offene Herd rußte die Wände schwarz – daher der Name „Schwarze Küche“. Hier wurde gekocht, geräuchert und gewärmt.

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3 · Spuren

Dieser Balken stand einst außen am noch kleineren Haus. Hier wurde Geflügel geschlachtet – die tiefen Kerben stammen vom Beil beim Kopfabschlagen.

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4 · Arbeit

Spinnen, Weben, Wäsche – die Arbeit der Frauen im Haus war endlos und blieb in der Geschichtsschreibung oft unsichtbar.

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5 · Essen

Einfache Kost aus dem eigenen Garten bestimmte den Alltag – Fleisch war ein seltener Luxus.

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6 · Aufbewahren

Weil es kaum Kleidung gab, gab es auch keine Schränke. In der Truhe verwahrte man das gute Kleidungsstück – und vielleicht ein Stück Aussteuer.

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7 · Kleidung

Oft besaß man nur zwei Kleidungsstücke – ein gutes und ein einfaches für den Alltag. Ausbessern war deshalb Alltag, nicht Ausnahme.

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8 · Wissen

Nur wenige Ackerbürger im 18. Jahrhundert konnten lesen – doch eine alte Bibel fand sich fast immer im Haus.

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9 · Waschen

Baden gab es kaum – Wasser musste mühsam vom Brunnen geholt werden. Meist blieb nur die Katzenwäsche mit Schüssel und Zinnkrug, sonntags vor dem Kirchgang etwas gründlicher.

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1 · Licht

Kerzen und Öllampen waren teuer – viele Familien gingen mit der Dämmerung schlafen, um Licht zu sparen.

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